Archiv für den Monat: November 2014

Stimme in Bewegung

Sport für gute Stimmung

Stimme ist nicht statisch. Sie ist nicht einfach gut und bleibt es. Sie ist nicht einfach dünn und wird es immer sein. Unsere Stimme möchte gepflegt und trainiert, genutzt und geschont werden. Sie unterliegt, wie unser ganzer Körper, diversen Einflüssen: Gesundheit, Ernährung, Gefühle, Beanspruchung, Bewegung.

Wie leicht unsere Stimme beeinflussbar ist, merken wir, wenn wir erkältet sind, einen langen sprechintensiven Tag hinter uns haben, nachdem wir auf einem Konzert laut jedes Lied mitsingen konnten oder uns einer Sache sehr unsicher sind. Unsere Stimme ist dann heiser, brüchig oder leise, wenn sie überhaupt noch da ist.

Eine tragfähige angenehme Stimme braucht dieselbe Pflege, wie unser gesamter Körper, um uns bis ins hohe Alter mit Gesundheit und Leistungsbereitschaft zu unterstützen. Sie braucht Ruhe, Aufwärmung und Sport, eine ausgewogene Ernährung und Lebensweise.

Viele Sportarten verhelfen zu einer Verbesserung der Körperhaltung und zu einer Beruhigung der Atmung. Ob Joggen oder Schwimmen, Badminton oder Kung Fu, ob Qigong oder Yoga, ausgedehnte Spaziergänge oder Inlineskaten. Ihr Lieblingssport erhöht Ihre Körperspannung und entspannt gleichzeitig Ihre Atmung, sodass eine normale Zwerchfellatmung einfacher fällt und die unerwünschte Schulter- oder Brustatmung selten wird. Der Effekt: Die normale Zwerchfellatmung hat einen positiven Einfluss auf Ihren Kreislauf, Ihr körperliches sowie geistiges Leistungsvermögen und vermindert Stress. Nach einiger Zeit haben sich Ihre Körperhaltung, Körperspannung und Atmung verbessert, ein Bewusstsein für diese Dinge hat sich ebenfalls erhöht, Sie sind ausgeglichener. Nun ist der Weg im wahrsten Sinne frei für Ihre Stimme. Eine gute Körperspannung und -haltung sowie eine Zwechfell- oder Bauchatmung sind die Basis für die Entwicklung und Pflege einer tragfähigen, angenehmen, resonanten Stimme, die Sie ohne Anstrengung klar und präsent beim Sprechen unterstützt.

Stimme in Bewegung

Stimme in Bewegung

Sport entspannt unter anderem deshalb, weil er die Laune hebt. Diese gute Stimmung wirkt sich postiv auf die Stimme aus. Ob wir zufrieden sind, kann unser Gesprächspartner bewusst oder unterbewusst hören, unabhängig davon, worüber wir uns gerade unterhalten.

Wie das Warm-up vor einer Laufrunde, wollen unsere Stimmbänder morgens vor unserem täglichen Sprechmarathon aufgewärmt werden. Auch müssen sie vor zu großer Belastung bewahrt werden. Es läuft also darauf hinaus: Was gut für unsere Stimme ist, ist auch gut für unseren ganzen Organismus und umgekehrt. Was gut für unsere Stimmung ist, ist gut für unsere Stimme – und umgekehrt.

Stimme in Bewegung

Stimme in Bewegung

Lampenfieber: Willkommen im Kopfkino

Lampenfieber. Sprechangst. Muffensausen.

Ist das warm hier drin? Puh, ich brauche frische Luft. Wieso halten meine Hände nicht still? Ich kann kaum atmen. Oh man, muss ich da wirklich hin? Mir wird schlecht. Gleich springt mir das Herz aus der Brust. Jetzt bekomme ich wieder rote Flecken auf meiner Haut. Alle werden sehen, wie aufgeregt ich bin. Warum hab ich mich nicht besser vorbereitet? Warum habe ich zugesagt, das zu machen? Ich schaffe das nicht. Ich muss hier weg!

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Lampenfieber: Willkommen im Kopfkino

Lampenfieber ist eine Form von Stress. Vor einer Situation, wie z.B. einem Auftritt oder einer Präsentation, steigern wir uns gern in diese Form der Aufregung hinein: Werde ich versagen? Werden sie mich mögen? Bekomme ich einen Blackout? Was ist, wenn die Technik versagt, wenn niemand erscheint, wenn mich niemand versteht? Was, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann, wenn mir niemand zuhört, wenn mich alle anstarren?

Die Fantasie unseres Kopfkinos ist grenzenlos.

Unser Körper versucht uns mit der Reaktion auf eine stressige Situation vor Gefahren zu schützen. Unser Kopf sagt: Gefahr! Unser Körper versteht: Tiger?! Okay, dann hauen wir jetzt ab oder kämpfen!

Da Lampenfieber häufig in Situationen auftritt, in denen eine Flucht nicht ratsam ist, können wir diesen Zustand auch anders für uns nutzen. Denn wir mobilisieren unter Stress Kräfte, die unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern. Wir sind dann wach und bei der Sache.

Lampenfieber ist demnach nichts schlechtes, nichts, das vollkommen abtrainiert werden muss. Die Fähigkeit, sich in aufregenden Situiationen zu beruhigen und den Umgang mit Lampenfieber können wir lernen und üben. Doch auch wenn wir es oft als unangenehm empfinden, ist Lampenfieber ein Anzeichen dafür, dass uns eine Sache oder Situation wichtig ist.